72stundenbrockscheid02

07.10.2004, 17.07, Thomas-Morus-Gymnasium Daun:72stundenauftrag03

Einer der 18 Brockscheider Teilnehmer nimmt aus den Händen vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, Herrn Werner Klöckner, den Umschlag mit dem Auftrag für die nächsten 72 Stunden entgegen. Die Spannung steigt, als der Umschlag geöffnet wird.

Nachdem der Auftrag klar ist, fahren die Jugendlichen ins Brockscheider Gemeindehaus, das in den nächsten 72 Stunden die Zentrale der Brockscheider Aktion sein wird. In Brockscheid angekommen, steigen die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Betreuerinnen Bärbel Mark, Birgit Becker und der Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Daun Susi Derbach in die Planungen ein. Aufgaben werden verteilt, Sponsoren gesucht und Regeln für die gemeinsame Arbeit aufgestellt. Viele Eltern der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen versorgen ihre Schützlinge und die Betreuer mit Verpflegung, sei es Frühstück, Mittag, oder Abendessen. Nachdem die ersten Ideen für das Spielefest schriftlich fixiert und teilweise schon in die Tat umgesetzt wurden, gehen die Kinder erst mal nach Hause und schlafen sich für den nächsten Tag aus.

Am nächsten Morgen beginnen nach dem gemeinsamen Frühstück die am Vortag bereits gebildeten Arbeitsgruppen mit ihrer Arbeit. Das Fest muss natürlich in Brockscheid und Umgebung bekannt werden. Darum wird eine Einladung verfasst, die an jeden Haushalt in Brockscheid verteilt wird. Die Kinder malen Plakate und hängen sie an Schwarzen Brettern aus. Eine weitere Arbeitsgruppe kümmert sich um die verschiedenen Spiele, die im Rahmen des Festes angeboten werden sollen. Die Kegelbahn wird mit der Unterstützung von Erwachsenen fertiggestellt. Die Arbeiten sind teilweise recht gefährlich, weil viele Teile mit einer Kreissäge “in Form” gebracht werden müssen; darum die Unterstützung durch Erwachsene. Die passenden Kegel müssen bei einem Kegelclub aus einem nahegelegenen Dorf gekauft werden. Von der Feuerwehr gibt es eine Holzwand, auf der ein brennendes Haus aufgemalt ist, das mit Hilfe von Kübelspritzen gelöscht werden muss. Die Arbeitsgruppe Flohmarkt macht sich Gedanken um die Gestaltung des Flohmarktes und trägt die ersten Verkaufsgegenstände zusammen. Gesucht sind Kinderspielzeug, Bücher, Hörspielkassetten oder gut erhaltene Kleidung.
Nun wird auch die - fast - fertige Feldkegelbahn auf der Terrasse vor dem Gemeindehaus aufgebaut. Die ersten Kugeln rollen schon, wenn auch noch keine Kegel da sind. Zum Schutz der Fenster des Gemeindehauses werden am Samstag aus Spanplatten Banden gestaltet - mit viel gesponserter Farbe und dem 72 Stunden-Logo natürlich. Außerdem trifft der Getränkestand ein, der ebenfalls am Samstag noch aufgestellt wird. Am Mittag besucht der Projektpate der 72 Stunden in Brockscheid die Jugendlichen. Bürgermeister Klöckner überzeugt sich von der inzwischen schon sehr weit fortgeschrittenen Arbeit der Jugendlichen.
Um 17.30 Uhr ist für alle erst mal eine Verschnaufpause angesagt. Die Jugendlichen besuchen gemeinsam den Erntedankgottesdienst in der Pfarrkirche in Brockscheid. Die Ministranten dürfen sogar in ihrem Aktions T-Shirt mit 72 Stunden Logo die Messe dienen. Pastor Gansemer bezieht die Jugendlichen in den Erntedank-Gedanken mit ein und wünscht allen Teilnehmern einen langen Atem und viel Spaß für die gute Sache.

Am Sonntag wird das Gemeindehaus noch auf Vordermann gebracht, die Spiele werden aufgestellt und der Flohmarkt im Obergeschoss des Gemeindehauses aufgebaut. “Hoffentlich kommen auch viele Gäste.” Dies hört man sehr oft an diesem Vormittag. Schließlich haben die Brockscheider 25 Kuchen für den Nachmittag gespendet. Aber pünktlich zum Beginn des Spielefestes um 12.30 Uhr kommen die ersten Gäste. Eine Stunde später haben die Helfer am Kuchenstand alle Hände voll zu tun. Das Gemeindehaus ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Feuerwehrleute holen zusätzliche Tische aus dem Keller. Auch der Getränkestand auf dem Hof ist gut besucht. Die Flohmarktartikel verkaufen sich fast wie von selbst. Es gibt Buttons mit dem 72 Stunden Logo, Kinderschminken, ein besonderes Tischfußballspiel, ein weiteres Spiel, das die Reaktionsschnelligkeit testet indem man ein Zückerstück, das durch ein Röhrchen auf eine Holzplatte fällt, so schnell wie möglich mit einem Hammer treffen muss, viele Spielartikel aus dem Spielemobil der Verbandsgemeinde Daun und eine Luftballonaktion: auf einer Karte werden Namen und Adressen eingetragen. Wir sind gespannt, wie weit die Ballons in Form von roten Herzen fliegen.
Um 15.00 Uhr folgt der Höhepunkt des Festes: Ortsbürgermeister Lothar Schneider und Pfarrer Carsten Rupp weihen die neue Feldkegelbahn in Form eines kleinen Duells offiziell ein. Auf “Hausnummern” wird gekegelt. Mit der besseren Wurftechnik und etwas Glück kann Pastor Rupp das Spiel zu seinen Gunsten entscheiden.
In seiner kurzen Ansprache im Anschluss an das Kegelduell stellt Ortsbürgermeister Schneider die große Leistung der Kinder und Jugendlichen heraus, die innerhalb von knapp 72 Stunden ein solch tolles Fest auf die Beine gestellt haben und damit noch unheimlich viel Gutes tun.

10.10.2004, 17.07 Uhr, Gemeindehaus Brockscheid
Bernd Berenz vom Koordinierungskreis des BDKJ erklärt die 72 Stunden Aktion in Brockscheid für beendet. Er spricht den Jugendlichen herzliche Glückwünsche aus und stellt fest, dass alle gestellten Aufgaben mit Bravour erfüllt wurden. Der Applaus aller Gäste unterstützt diese Aussage noch einmal. Weit über 100 Luftballons starten in den Himmel. Mal sehen, wie weit sie fliegen.
Obwohl alle Teilnehmer unheimlich geschafft sind, packen zu Abbau am Abend noch einmal alle gemeinsam an und 72 ereignisreiche Stunden in Brockscheid sind beendet.

Eine Fortsetzung finden sie am 29.10.2004, wenn die Kinder und Jugendlichen im Trierer Mutterhaus einen Scheck in Höhe von 1.416,08 Euro übergeben können. Diese enorme Summe konnte nur durch zahlreiche Spenden und Sponsoren zusammenkommen, bei denen sich die Teilnehmer noch einmal herzlich bedanken!

72 Stunden - ohne Kompromiss

In der Zeit vom 7. bis 10. Oktober 2004 fand im gesamten Südwesten Deutschlands die vom Bund der deutschen katholische Jugend (BDKJ) initierte Aktion statt. Die Idee, die hinter der Aktion steckt, ist so einfach wie bestechend: Jugendliche stellen innerhalb von 72 Stunden ein gemeinnütziges Projekt auf die Beine, sei es der Bau von Spielgeräten oder das Einstudieren eines Theaterstücks und die Aufführung im Seniorenheim. Besonderheit: Bis zum Start der Aktion wurden die Aufträge, die die Teilnehmer zu erfüllen hatten, geheim. Über 25.000 Kinder und Jugendliche haben an dieser Aktion teilgenommen. Der Radosender SWR fungierte als großes Aktionsradio und berichtete vom Startschuss bis zum Zieleinlauf rund im die Uhr von den Aktionen der Jugendlichen. Auch 18 Kinder und Jugendliche aus Brockscheid haben sich gerne beteiligt.

gruppenfoto

Die Teilnehmer aus Brockscheid

(Alfabetisch) Johannes Becker, Lena Becker, Kathrin Benz, Lisa Freres, Kevin Kall, Jessica Kall, Judith Mark, Martin Mark, Malina Müller, Fabian Schleidweiler, Sandra Schmitt, Isabell Schmitz, Benjamin Schneider, Dennis Schneider, Thomas Schneider, Markus Schneider, Kathrin Schüler und   Elena Zimmer

Betreuer: Bärbel Mark, Birgit Becker, Susi Derbach (Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Daun)

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